“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 4: Gelassener schwanger sein

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Momentan bin ich ja mit dem dritten Kind schwanger und habe aus den ersten beiden Schwangerschaften so einiges „gelernt“, was ich nicht nur Freundinnen aus dem privaten Umfeld mit auf den Weg geben möchte, sondern endlich auch hier einmal veröffentlichen mag:

1. Errechneten Termin verschleiern:

Die allerwenigsten Kinder kommen pünktlich – nur etwa 4-5% kommen auf den Stichtag genau. Alle anderen Babys kommen vorher – oder eben nach dem errechneten Termin.
Und das kann im Zustand einer Endzeitschwangerschaft ziemlich nervig werden…
Je näher ich jeweils dem magischen Datum kam, desto schlimmer empfand ich die Nachfragen von Verwandten, ob das Baby denn bald käme, schließlich seinen es ja nur noch X Tage. Selbst schon ziemlich der Warterei und dem Hineinhorchen in meinen Körper überdrüssig konnte ich nur gebetsmühlenartig das wiederholen, was mir Arzt und Hebamme sagten: Es könne jederzeit losgehen. Außerdem würde ich ja wohl kaum das Baby bekommen und anschließend keinem Bescheid sagen, oder?!
Also: Am Besten bei der allerersten (!!!) Frage nach dem (selbst) errechneten Termin von vorneherein ein paar Tage als Puffer aufschlagen und das Datum etwas schwammig ausdrücken: „Das Baby soll Ende Februar/ Anfang März kommen“ Bei einem errechnetem Termin von z.B. 07.09. würde ich wohl „Mitte September“ angeben.
Das wird einer gegen Ende ziemlich genervten Hochschwangeren die eh schon strapazierten Nerven etwas schonen und ein wenig wohlverdiente Ruhe schenken.

2. Name geheim halten:

Man stelle sich vor, man ist noch in (ggf. sogar zähen) Verhandlungen oder hat sich mit dem Partner endlich auf den Traumnamen geeinigt und bekommt dann von anderen Seiten ständig zu hören:
„Seid ihr Euch wirklich sicher? Also mir gefällt der Name ja gar nicht“ oder
„Ich hatte ja mal eine XYZ in der Klasse, die war soooo schrecklich!“ oder
„Mein Walter, der hatte mal einen Arbeitskollegen mit dem gleichen Namen, und der ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen“
Nein Danke! Solche Kommentare braucht man als werdende Eltern ja so gar nicht!
Also schön den Mund halten, vielleicht einen Arbeitstitel verkünden und den eigentlichen Namen erst nach der Geburt bekannt geben. Dann sind solche Kommentare wesentlich seltener, da sich alle über den neuen Erdenbürger freuen und niemand die schöne Stimmung trüben möchte.

3. Früh genug eine Hebamme suchen:

Zuerst ein kleiner Exkurs, wie Hebammen uns Schwangeren und Müttern zur Seite stehen (bei Fehlern bitte korrigieren):

  • Es gibt Hebammenbetreuung während der Schwangerschaft (statt eines Arzttermins). Manchmal hat der Gyn eine Hebamme mit in seiner Praxis, oder man kann sich eine freie Hebamme suchen, die diese Leistungen anbietet. Hebammen können bis auf den Ultraschall sämtliche Vorsorgeleistungen genauso gut wenn nicht sogar besser übernehmen! Sie nehmen sich oft mehr Zeit, gehen mehr auf Ängste und Sorgen ein und solche Termine verlaufen meist wesentlich weniger medizinisch.
  • Es gibt die Hebammen, die den Geburtsvorbereitungskurs durchführen. Solche Kurse gibt es mit unterschiedlichen Schwerpunkten und werden bei unterschiedlichen Stellen amgeboten (Geburtshäusern, Familienzentren, Elternschulen etc pp). Im Internet oder in Broschüren beim Doc wird man bestimmt fündig. Gerade als Erstgebärende fand ich es sehr hilfreich, dort nicht nur etwas Wissen vermittelt zu bekommen, sondern auch andere Schwangere aus meiner Umgebung kennenzulernen. Mit einigen habe ich sogar heute immer noch Kontakt!
  • Es gibt die für mich immer sehr wichtige Nachsorgehebamme, die nach der Entbindung an mehreren Terminen nach hause kommt und nach Mutter & Kind schaut, Fragen beantwortet, wertvolle Tipps gibt und bei der man sich richtig gut aufgehoben fühlen sollte. Sie bekommt nämlich Einblicke wie sonst niemand so „Fremdes“ und ich war stets traurig, wenn sie ihren letzten Besuch bei uns ankündigte
  • Entbindet man im Krankenhaus, so wird man auch dort mit einer Hebamme zu tun haben, jedoch nur für die Dauer ihrer Arbeitsschicht. Diese ist jedoch für mehrere Gebärende parallel zuständig. Je nach Dauer der Geburt können das dann auch mehrere Hebammen sein, weil man mehrere Schichten mitbekommt.
  • Es gibt die Beleghebamme, die bei der Geburt dabei ist (unabhängig von denen, die im Krankenhaus angestellt sind).

Manchmal hat man die gleiche Hebamme in mehreren Positionen an seiner Seite. Bis auf die Geburtsbegleitung durch eine Beleghebamme kann alles über die gesetzliche Kasse abgerechnet werden (bei privaten ist es abhängig vom jew. Tarif). Einige Kassen übernehmen inzwischen auch die Rufbereitschaft einer Geburtsbegleitung (zumindest in Teilen).

Aber zurück zum Thema: Früh genug mit der Suche nach einer Nachsorgehebamme anfangen! Bei den momentanen Problemen der Hebammen, ihren Beruf weiterhin ausüben zu können, ist dies leider noch viel wichtiger geworden! In der 1. Schwangerschaft verließ ich mich auf meine Ärztin und fing (erst) kurz vor der Halbzeit an, mir eine Hebamme für die Zeit nach der Entbindung zu suchen. Ein fataler Fehler – viele Damen waren zu diesem Zeitpunkt schon verplant. Und das wird bei den steigenden Versicherungsprämien wohl bald noch viel häufiger passieren. So traurig!

Wer „seine“ Beleghebamme bei der Entbindung im Krankenhaus mit dabei haben will oder im Geburtshaus oder gar zuhause entbinden möchte, sollte noch früher genug mit der Suche beginnen. Diese vom Aussterben bedrohte Spezies ist in der Regel schon aufs Jahr hin verplant – also möglichst nach dem positiven Test schon auf die Suche begeben!

Für eine Nachsorge oder die Mitbetreuung während der Schwangerschaft halte ich Ende des 3. Monats (nach dem sog. 1. großen Ultraschall) für einen guten Zeitpunkt. In besonders schlecht bestellten Gebieten ggf. auch schon früher. Und bloss keine Scheu, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen! Die meisten Hebammen sind viel unterwegs bei Hausbesuchen, bei Vorsorgeuntersuchungen oder vielleicht auch mit einer Geburt beschäftigt. Ein Büro haben allerhöchstens Geburtshäuser. Daher munter den AB besprechen, sie melden sich zurück wenn es passt!

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Und hier noch die anderen Themen meiner Reihe “Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte”:

  1. Teil: Zerstören Kinder unsere Freundschaft?
  2. Teil: Mein Zeitgefühl
  3. Teil: Chaosmanagement
  4. Teil: Gelassener schwanger sein
  5. Teil: Altersabstand bzw. schnelle Schwangerschaftsfolge
  6. Teil: Kleidungsstil als (werdende) Mama
  7. Teil: Meine Tips und Tricks bzgl. Kinderkleidung
  8. Teil: Tragetuch und Tragehilfe

 

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