“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 3: Chaosmanagement

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Kami hat zur Blogparade aufgerufen – und das Thema passt wunderbar in meine Reihe “Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte”:

(Kinder)-Chaos – wie geht Ihr damit um? Lässt es Euch total kalt, seid Ihr super pingelig und brecht fast in Tränen aus, wenn die Kinder mit Filzstift Eure Möbel vollmalen, dürfen Eure Kinder auch mal Chaos machen? Was war das Schlimmste, was Eure Kinder je kaputt gemacht haben?

Ich bin seit meinem Auszug zuhause wohl schon immer der eher ordentliche Typ gewesen – auch wenn es manchmal in meiner Bude aussah wie Sau, so gab es doch immer eine Grundordnung und auch Grundsauberkeit. Am allermeisten Spass machte mir jedoch immer das Aufräumen, nachdem ich für eine Prüfung gelernt und diese dann auch absolviert hatte!
Herrlich, dieses Ausmisten und Wegsortieren!
Sowieso mag ich es inzwischen sehr gerne, Unterlagen in Aktenordner abzuheften, meinen Schreibtischcontainer ordentlich aufzuräumen oder meine Werkzeug-& Schraubenkiste zu sortieren. Ich mag es sogar, die Steuerklärung zu machen. Ich liebe hohe Schränke und Regale mit jeder Menge Stauraum. Für Schachteln, Kisten, Bücherreihen, Klamottenstapel.
Bis ich fürs Ordnen die nötige Zeit finde, kann ich inzwischen ganz gut über die unordentlichen Ecken hinweg sehen. Aber irgendwann rappelts im Karton und dann müssen die Krams- Ecken endlich weg!

Inzwischen hat es sich ergeben, dass ich abends zusammen mit dem Tochterkind in Anlehnung an ihre Erfahrungen in der KiTa das gemeinsame Kinderzimmer aufräume, wobei jede Spielzeugart einen festen Platz oder eine feste Kiste hat. Bis dahin dürfen die beiden alles auskippen oder im Zimmer verteilen, wie sie wollen. Nur abends, da will ich wieder ohne Stolperfallen zum Hochbett kommen. Ansonsten bespielen die Kinder ein wenig die Küche und hauptsächlich noch den Flur:2014-02-27_02

Und genau das wird wohl mein „Ordnungsgeheimnis“ sein: Weniger Fläche, weniger Chaos. Alle anderen Zimmer sind nicht 100% kindersicher und damit tabu – auf  jeden Fall für den kleinen Mann. Im Wohnzimmer darf ich ihn z.B. alle 3 Minuten vom Sofa pflücken (die Sachen auf dem Fensterbrett sind aber auch zu verlockend) und das ist mir auf die Dauer einfach zu anstrengend. Somit wird es eigentlich erst abends zum TV-schauen genutzt, wenn der kleine Mann ins Bett geht und die Große sich den Sandmann ansieht.

Ich vertrete die Auffassung, je weniger „Neins“ es in den mit Kindern genutzten Räumen gibt, desto angenehmer für alle Beteiligten. Alles, was nicht unbedingt für Kinderhände gemacht ist, steht entweder hoch oben im Regal, auf dem Sideboard oder einfach hinter einer Schranktür – so auch z.B. die Spielsachen, die Kleinteile enthalten. Das Tochterkind selbst kann den Schrank öffnen und darf mit diesen Sachen oben auf ihrem halbhohen Bett spielen – ohne dass ich fürchten muss, dass sich der kleine Mann daran verschlucken könnte. Bei Stiften passe ich auf, dass sie auch wirklich nur auf Papier benutzt werden bzw. kommen Filzer dann auch mal für eine Zeit lang weg, wenn es nicht anders geht. Ähnliches gilt für Aufkleber und Sticker. Die geschenkte Knete war dummerweise so hart, dass sie ihr Dasein im Schrank fristet und ich habe ehrlich gesagt wenig Lust, sie wieder hervor zu holen *hüstel* Somit kann ich die beiden auch ruhig alleine im Spielzimmer lassen, eigentlich kann nichts passieren. Das hält mich natürlich nicht davon ab, nach Minuten verräterischer Stille doch mal schauen zu gehen… meist erblicke ich jedoch ein bis zwei total in etwas versunkene Kinder und schleiche mich schnell wieder davon :)

2014-02-27

In der Küche sind alle Sachen in Schubladen verstaut. Nur der große Mülleimer für Verpackungen und die Tüte mit dem Altglas sind „Nein“ und auch die Schubladen soll der kleine Mann nicht öffnen – wenn er etwas größer, kräftiger und auch verständiger ist, wird er sich wohl einmal bewusst die Finger klemmen und ab diesem Zeitpunkt hoffentlich vorsichtig sein. Ähnliches dann auch bei Herd und Backofen – das hat beim Tochterkind auch bestens funktioniert. Sie weiß mit ihren 4 1/2 Jahren inzwischen ganz genau, was sie darf und was nicht und schließt z.B. alle vom Flur abgehenden Türen oder das Gitter zum Wohnzimmer unaufgefordert. Inzwischen halte ich sie auch dazu an, ihr Frühstücksbesteck zur Spülmaschine zu tragen und ihre dreckigen Anziehsachen vor die Bürotür zu legen (dahinter sind die Wäschesammler) – funktioniert mal besser, mal schlechter. Aber immer öfter stelle ich fest: sie ist ganz schön selbstständig geworden!

Natürlich gab es auch bei ihr unvergessene Momente – als sie z.B. mit 20 Monaten den Ed*ding aus meiner Handtasche stibitzt hatte und damit nagelneues Laminat verzierte. Oder vor Kurzem unsere tapezierte Flurwand mit selbst gemalten Bildern dekorierte: in dem sie sie mit Klebeband und Aufklebern befestigte. Den Ed*ding bekam ich mit Handdesinfektionsmittel wieder ab und die Klebestreifen ließen sich zum Glück vollständig und ohne Tapete wieder lösen. Puh!

Wo ich allerdings immer noch und immer wieder grantelig werde: Wenn Essen oder Trinken mit ins Kinderzimmer verschleppt und gematscht wird. Oder wenn alle mit den dreckigen Schuhen durch den (am besten noch frisch gewischten) Flur stapfen. Dreckige Hand- & Fußabdrücke an den Wänden. Volle Saftbecher, die sich wenige Minuten nach dem Einschenken über den Tisch und den Fußboden ergießen. Da geht mir der Puls auf 180 – einfach weil ich mich dann wie eine Putzfrau fühle, deren Arbeit nicht wert geschätzt wird.

Mein Fazit: Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich meinen beiden Kindern einen Rahmen gebe, innerhalb dessen sie sich mehr oder weniger frei austoben dürfen. Dabei nur so wenige „Neins“ wie notwendig, dann klappts auch mit der Einhaltung weniger Regeln. Und vieles wird mit zunehmendem Alter und eigenen Erfahrungen wesentlich einfacher.

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Und hier noch die anderen Themen meiner Reihe “Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte”:

  1. Teil: Zerstören Kinder unsere Freundschaft?
  2. Teil: Mein Zeitgefühl
  3. Teil: Chaosmanagement
  4. Teil: Gelassener schwanger sein
  5. Teil: Altersabstand bzw. schnelle Schwangerschaftsfolge
  6. Teil: Kleidungsstil als (werdende) Mama
  7. Teil: Meine Tips und Tricks bzgl. Kinderkleidung
  8. Teil: Tragetuch und Tragehilfe

 

9 Gedanken zu „“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 3: Chaosmanagement

  1. WOW, das ist ja soweit echt „durchgeplant“. Soweit man mit Kindern planen kann. Toll.
    Dein Fazit klingt gut und überhaupt klingen die „Regeln“ sehr sinnvoll.

    Liebe Grüße,
    die Alltagsheldin

    1. Geplant war da gar nichts – also anfangs nicht. Ich bin einfach faul und habe keine Lust alles 10 mal zu wiederholen ;)
      Als wir hier eingezogen sind, habe ich jedoch von vornherein einige Regalböden gar nicht erst eingeräumt – ich wusste ja, was mit dem Krabbelalter auf uns zukommt.
      Aber eigentlich hat sich vieles ergeben

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