Konturlos | Kind 3

Veröffentlicht am Veröffentlicht in 25.SSW, gedacht | geherzt | gefühlt, Schwangerschaft

erscheint mir das Junebug – immer noch.
Das dachte ich, als ich kürzlich nachts wach war, weil das Mini-M neben mir rödelte und nicht gut schlief.
Und das macht mich grad ein wenig traurig.

Irgendwie geht diese Schwangerschaft sehr unter im Alltag. Dazu die Vorderwandplazenta und nur vergleichsweise wenig Tritte und Boxhiebe von innen. In dieser Woche aber auch erstmalig im Stehen oder Gehen – jedoch immer noch sehr selten. Dieses Kind kommt mir bei weitem nicht so präsent vor wie die anderen.

Das Tochterkind – das erste Kind. Alles war neu, alles war aufregend. Ich genoss die Vorstellungen in meinem Kopf, unsere und die Vorfreude anderer, die Vorbereitungen.
Beim Mini-M wusste ich schon mehr Bescheid, aber der zeitliche Abstand und der vollkommen unerfahrene Doppel-M liessen es wieder ein Abenteuer sein.
Diesmal aber ist alles aber sooo viel kleiner und weniger da.

Ein paar Minuten habe ich aber nun am Tag für mich und das Baby, dennoch nicht exklusiv: Das Tochterkind ölt mir nun – auf eigenen Vorschlag – jeden Abend den Bauch ein. Sie hat es damals beim Mini-M schon geliebt und ist auch nun wieder mit so einer niedlichen Hingabe dabei, ich könnte sie knutschen dafür. Sie erklärt mir dann immer, wo Bauch und Beine sein könnten und gibt dem Baby Luftküsschen in den Bauch. Dabei habe ich dann auch die erste Beule von außen sehen können!

Da das Outing für mich nicht eindeutig war, bezeichne ich es aber immer noch als „ES“:
Es, das Bauchbaby.
Es, das Junebug.
Vielleicht auch mal es, das Käferchen.
Meistens denke und sage ich jedoch: „Es, das neue Baby.“ Als wenn wir ständig [neue] Babys bekämen…
So ist es aber doch gar nicht!

In den ersten Wochen und Monaten war es logischerweise viel Selbstschutz, falls es doch nicht bleiben könnte. Aber das ist doch schon lange vorbei!
Ich spüre das Menschlein nun sehr regelmäßig – mehrfach täglich inzwischen. Und doch fällt es mir schwer, mehr Beziehung zu diesem Kind aufzubauen.
Weil da schon 2 andere sind, die fast 24/7 versorgt werden müssen.
Weil ich eigentlich so aufpassen muss, mich nicht zu übernehmen.
Weil ich eigentlich ein dauerschlechtes Gewissen habe: ich schleppe das Mini-M mit seinen 11 Kilo zu oft im Hüftsitz herum (die Treppe runter, zum Händewaschen ins Bad, zum Schuhe anziehen auf die Bank), wuchte ihn durch die Beifahrertür in den Kindersitz auf der Rückbank (weil es nicht anders geht) oder stehe mit ihm auf dem Arm falsch aus dem Bett auf (weil ich nicht weiss, wie ich ihn sonst daraus bekomme, ohne dass er abhaut).

Ich bin schwanger, aber muss mich bislang noch nicht so richtig einschränken, daher läuft so gut wie alles weiter wie vorher.
Ich bin schwanger, aber diesmal bekommt es kaum einer mit. Ich bin nicht mehr im Büro, ich habe draußen stets eine dicke Jacke über dem Bauch und klamottentechnisch ist hier jahreszeitenbedingt eher sackähnlich denn figurbetont angesagt.
Dieser Schutzraum in der Schwangerschaft ist einfach viel kleiner geworden.

Muss ich vielleicht noch runder und „gemütlicher“ werden und das Baby größer und aktiver?
Muss sich erst hier in der Wohnung das wenig Notwendige verändern?
Oder bringt der Geburtsvorbereitungskurs mehr Nähe?

Oder ist das etwa einfach so beim Dritten?

14 Gedanken zu „Konturlos | Kind 3

  1. Jaaaa…. so ist das wohl. Bei mir ist es jedenfalls genau so -ich hoffe ein bisschen auf die Zeit des Mutterschutzes. Aber in jedem Fall haben wir noch seehr viel Zeit, Nähe zum Drittgeborenen herzustellen, tröste Dich.
    Ganz liebe Grüße
    Emi

    1. Mutterschutz? Ich glaube davon merke ich dieses Mal kaum etwas.
      Wenn dann wird mich wohl die Kugel ausbremsen müssen ;)
      Hab Dich mal in meinen Feedreader gepackt und werde bei Gelegenheit mal etwas nachlesen

  2. Ich kann da noch nicht so mitreden, es gibt ja noch keine Geschwister für Klein-Mia, aber mach dir keine Gedanken. Meine Mama hat vier Kinder zur Welt gebracht und da liefen die SS auch so nebenher, weil auch nicht mehr so viel Zeit für solchen „Schnick-Schnack“ blieb ;) du wirst das Kind genauso lieben, wie deine anderen beiden :)

  3. Ich glaube, ich weiß, was du meinst. Ich habe zwar „nur“ Kinder, aber mir ging es in der zweiten Schwangerschaft schon ähnlich. Ich hatte nicht mal mehr Zeit oder war zu müde, um jede SSWoche in meinem Buch nachzulesen. Das war in der ersten Schwangerschaft so wichtig und aufregend
    Und als der Mini da war?… Ich habe mir so sehr vorgenommen, vor allem die ersten Wochen zu genießen. Dieses Minibündel Mensch durchgehend zu kuscheln,bevor es groß wird. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie er groß war. Und obwohl ich mir Zeit genommen hab, so viel ich konnte, denke ich manchmal, dass ich es doch nicht ausreichend genossen habe…
    Da könnte man doch glatt nochmal schwanger werden ;)

    1. *lach* Das mit den Büchern merke ich auch sehr. Ich lese in dieser Schwangerschaft 1-2 Monate nach; bei Nr. 1 habe ich immer sehnsuchtsvoll 1-2 Monate vorgeblättert.
      Die Sorge, die Zeit der Schwangerschaft und die ersten Babymonate nicht ausreichend zu genießen, wird diesmal wohl auch größer; noch mehr Nachwuchs ist für mich grad gar kein Thema.

  4. Ich glaube bei so einem
    kurzen Abstand zwischen den Kindern bleibt alltagsbedingt schon wenig Zeit für die Schwangerschaft. Und vielleicht wird’s ja mit jedem mal ein bisserl mehr „Routine“. Ich weiß auch nicht … Und dass es ohne die Kollegen weniger mitkriegen glaub ich dir aufs Wort. Ist halt einfach was anders ob man im Büro täglich gefragt wird wie’s „euch beiden“ so geht oder eben nicht …

  5. Im Büro würde dich aber wahrscheinlich auch kaum einer fragen, weil es eben „schon“ Nummer drei und daher nicht mehr ganz so aufregend ist.

    Ich verstehe, wie du dich fühlst. Meine Schwangerschaft (die erste, wohlgemerkt!!) lief leider auch viel so nebenher und ich konnte sie nicht so recht genießen. Aber besser so als wenn du dir ständig Sorgen machen müsstest oder so. Sieh es positiv. Routine ist doch auch was schönes.

    1. Im Büro waren die Damen eigentlich immer sehr interessiert: die kinderlose Sekretärin (ü50), die Postbotin, Geschäftskontakte.
      Nundenn.
      Und ganz sorgenfrei ists leider auch nicht mehr, trotz Elternzeit zuhaus. Aber dazu vorr. morgen mehr.

  6. Meine Nr. 3 habe ich erst ab ca. der 17.ssw akzeptiert bzw richtig wahrgenommen. Mit den ersten spürbaren Tritten. Die Schwangerschaft lief total nebenher, das Los der nachfolgenden Schwangerschaften ;)
    Es war anstrengend mit den 2 Kleinkindern und Mutetrschutz? Was ist eigentlich Mutterschutz mit Geschwister-Kindern ;)
    Die Belohnung für das Nebenherlaufen der Schwangerschaft ist dann, dass Kind Nr. 3 auch nebenher läuft, wenn es da ist. Klaglos fügte es sich dem Megatrubel, schlief am allerbesten MITTEN im laut bespielten Kinderzimmer und als Mutter fand ich mich schon so entspannt und selbstsicher, dass ich manchmal dachte, dass dies schon an Fahrlässigkeit grenzte, lachlach.
    Am faszinierensten ist die Tatsache, dass man alle drei Kinder einzeln für sich auf seine Weise liebt.
    LG Eva

    1. Ich würde jetzt gerne nachschauen, wie weit deine Kids auseinander sind, aber dein Blog braucht ewig zum laden :( (Videos?)
      Hast du denn auch so einen kurzen Abstand?
      Und wie war es, als Nr. 3 dann da war – hast du die Zeit (anfangs) nochmal so richtig auskosten können? Oder war da doch wieder sofort der Alltag?

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