Das gemeinsame Kinderzimmer

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Familie | Alltagsdinge, Familie | Eltern | Patchwork, Familie | Kinder

Ganz am Anfang als wir hier einzogen, berichtete ich >>>hier<<< über unsere Maler- Aktion. Das Tochterkind bekam das kleine Zimmer zum Garten hin (rosa) und im zweiten großen Zimmer (hellgrün) landete all das, was auch noch Platz finden musste: der Kleiderschrank vom Doppel- M, sein riesiger Schreibtisch (auf dem auch mein PC Platz fand), sein Ohrensessel (der aber oft nur als Ablage für Kleidung fungierte), Wickeltisch und Schränke des Mini-Ms (mit Kleidung, Handtüchern, Spucktüchern usw), Bügelbrett, Wäschesammler und der ganze andere Kram, der mit zwei kleinen Kindern so untergebracht werden muss: MaxiCosi, Kinderwagenzubehör, ausrangierte oder noch zu kleine Kleidung etc pp. Aus dem Zimmer wurde mit der Zeit eine richtige Rumpelkammer, in der sich niemand wohl fühlte. Die Klamotten des Mini-Ms sprengten auch langsam das Fassungsvermögen der Schränke und ich schob irgendwann die Kartons mit der zu kleinen Babykleidung von rechts nach links.

Schon länger stand im Raum (was für ein Wortspiel an dieser Stelle), beide Kinder irgendwann einmal im größeren, hellgrünen Zimmer unterzubringen. Anfangs behagte mir dieser Gedanke wenig: Das Tochterkind hatte seit sie denken kann ein eigenes Zimmer. Wie würde sie es auffassen, es mit ihrem wesentlich jüngeren Halbbruder teilen zu müssen? Wie würde ihr Vater es sehen, bezahlte er doch jeden Monat Unterhalt, da könne seine Tochter doch auch ein eigenes Zimmer bekommen oder so?

Im Laufe der Monate die das Mini-M bei uns war, bemerkte ich jedoch die große Liebe der Schwester zum Brüderchen und sprach vorsichtig davon, dass die beiden ja doch zusammenziehen könnten, wie sie das denn fände? Ihre Möbel und Spielsachen würde ja selbstverständlich alle mitkommen ins andere Zimmer. Sie hätte dort ja auch viel mehr Platz zum Spielen. Dabei betonte ich jedoch häufiger, dass einige Spielsachen ihr nicht allein, sondern beiden Kindern zusammen gehören würden. Ich bezog sie in kleine Bastelarbeiten fürs zukünftige Fenster mit ein und rahmte Bilder von ihr, die ebenfalls im neuen Zimmer aufgehangen werden sollten.
Und sie kümmerte die Vorstellung erstaunlich wenig! Einzig und allein die rosa Wandfarbe war ihr wichtig, aber das ist ja ein Klacks. Für den Vater war es auch kein Thema (wahrscheinlich weil dort auch Nachwuchs unterwegs ist und das Tochterkind sich „ihr“ Zimmer dort wohl zunächst mit den Sachen des neuen Geschwisterchens, vielleicht auch mit dem neuen kleinen Bruder irgendwann selbst teilen muss).
In den Sommerferien schafften wir die größere Umbauaktion nicht mehr, aber dafür jetzt in den Herbstferien. An dieser Stelle nochmal ein lautes Uff, was war das anstrengend! Dabei konnten wir aber direkt schon den Platzbedarf des kleinen Junebugs berücksichtigen. Das Mini-M wird vorerst noch bei uns im Schlafzimmer nächtigen, sein Bett dann aber bald gegen die Wickelkommode aus dem Kinderzimmer getauscht.

Das Tochterkind kam aus dem einwöchigen Herbstferien- Papa- Urlaub wieder und zeigte ihm beim Zurückbringen stolz ihr neues Reich, als wäre es das normalste von der Welt. Die ein oder andere kleine Überraschung hatte ich mir auch einfallen lassen, so dass sie am ersten Abend glücklich und zufrieden im neuen Zimmer einschlief und erst am nächsten Morgen erwachte.

Das Schwierigste für mich war, wie ich dem Tochterkind ihre kleinteiligen Spielsachen erhalte, ohne dass das Mini-M an sie herankommt? Dies liess sich einerseits durch Höhe (Haarspangen, Sprühkur und anderes Kleinzeug darf auf dem Sideboard vor dem Fenster liegen), andererseits durch Schranktüren, die nur das Tochterkind aufbekommt, bewerkstelligen. In gut erreichbaren Kisten und Boxen sind die Spielsachen für beide (Dup*lo, Bauklötze etc) untergebracht. Für Kinderhände unerreichbar können wir Sachen in den kleinen Hängeschränken neben dem Wickeltisch lagern (Medikamente etc). Leider erwiesen sich Kindertisch samt Stühlen in den ersten Tagen als gefährlich: kletterte das Mini-M auf den Stuhl, saß dort kurz stolz wie Oskar und wollte dann auf den Tisch weiter. Uiuiui! Die Stühle sind fürs erste beiseite geschafft, malen darf das Tochterkind solange am Küchentisch. Weitere Unfallgefahr: der Puppenlauflernwagen, auch wenn er einen sehr tiefen Schwerpunkt hat. Schwupps schon kletterte das Mini-M hinein, zog sich hoch und hielt sich an der Griffstange fest. Kawumm! fiel er mitsamt Wagen um und holte sich zum Glück nichts außer einem großen Schrecken. Das Wagerl steht nun vorerst bei uns im Schlafzimmer.
Dennoch können wir den kleinen Mann nicht lange alleine im Zimmer lassen, da er liebend gerne in das Bett der Schwester klettert, eigentlich auch weiß wie er wieder herunterkommt (rückwärts), sich aber im Überschwang auch gerne mal ins Leere setzt. Dies wird sich jedoch ändern, wenn wir das Bett des Tochterkindes umdrehen (Ku*ra von Ik*ea) und sie dann in einem Hochbett schläft bzw. einen Rückzugsort hat, wohin ihr der kleine Bruder nicht folgen kann. Mal sehen, wann sie soweit ist. Immerhin schläft sie nun ohne Rausfallschutz – den hatte ich nach dem Zimmertausch einfach weggelassen, beim Papa schläft sie wohl auch schon ohne. Und siehe da! Was vor einem halben Jahr noch Tränen gab, war von nun an kein Thema mehr.

2013-11-10 Kinderzimmer

Zusammengefasst: Selbst der Doppel-M stellte kürzlich fest, dass wir die Zimmer ja nun viiiiel besser ausnutzen würden. Insgeheim ist er wohl auch sehr happy mit dem nun „richtigen“ Büro, da er sich auch mal zum Zeitunglesen zurückziehen kann ;) Ich bin froh, dass sich der Aktionsradius vom Mini-M nun drastisch vergrößert hat, dabei einige „Nein!“ weggefallen sind und ich vor allem beide Kinder zusammen auch mal ein paar Minuten alleine im Zimmer spielen lassen kann, während ich ein paar Meter weiter in guter Hörweite in der Küche bin. Ich bin froh um meinen eigenen, wenn auch kleinen Schreibtisch im Büro (von dem aus ich das hier gerade tippe) und genügend Platz für mein Zeug.
Und das Tochterkind? Fragt jetzt schon danach, wann denn das Mini-M endlich mit im Zimmer schläft. Sie fände es gemein, dass sie (im Gegensatz zu mir und dem Doppel- M) alleine schlafen müsse ♥

Das Mini-M ist 0Y | 11M | 3W | 0D alt
Das Tochterkind 4Y |  1M | 1W | 5D alt

5 Gedanken zu „Das gemeinsame Kinderzimmer

  1. Das sieht toll aus! Ich stelle mir ja auch öfter die Frage, wie das so mit einem Kinderzimmer für zwei wäre, denke aber so lange das Baby klein ist (U2) und nachts öfter wach, würde es wohl besser im Elternschlafzimmer schlafen.
    Ich hab irgendwo mal gelesen, dass Geschwister sogar besser zusammen als allein schlafen, weil sie sich geborgen fühlen. Ich kenne es auch so und hab mit meiner Schwester viele viele Jahre zusammen in einem Zimmer gewohnt, bevor ich ein eigenes bekam (mit 12). Jeder hatte seinen Bereich und manche nutzten wir zusammen. Es war toll! :)

    Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.

  2. Euer Kinderzimmer ist ja richtig groß, gefällt mir richtig gut. Ich selbst habe früher mit meiner Schwester zusammen in einem Zimmer gelebt und es wurde nie langweilig. :) . Am liebsten haben wir immer Höhlen mit Decken gebaut. :) . Wenn wir unser zweites Kind bekommen, wollen wir auch das sie zusammen in einem Zimmer schlafen oder sie bleiben einfach in unserem Familienbett.

    Liebe Grüße aus Berlin

    Mathias

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.