Schreck am Nachmittag

Oder auch: Ein großer Schreck für den kleinen Mann – aber ein noch größerer Schreck für uns Eltern!

Und das kam so: Das Mini-M ist seit Tagen ein wenig nörgelig, aber gestern war es nochmal einen Tacken schlimmer. Ich tippe auf eine Erkältung, die ihn etwas ärgert. Er hustet schon ein paar Nächte lang nach dem Trinken immer und hört sich nun auch tagsüber etwas verrotzt an. Daher wollte der Doppel-M gestern Nachmittag mit ihm im Kinderwagen zum besseren Einschlafen trotz Regen eine Runde um den Block gehen. Ich war in der Küche, hörte den Doppel-M herumwuseln und alles für den Ausflug zusammensuchen und parallel dazu das Mini-M aus dem Wohnzimmer schimpfjammern. Bis sich dieses schimpfjammern etwas veränderte und schriller wurde. Da ging ich dann doch mal gucken und fand den kleinen Mann in Bauchlage auf dem nackten Fliesenboden vor dem Sofa wieder (wir haben so ein Sofa, das inklusive rangeschobenen Hocker 2,0 x 2,50m groß ist).

Es dauerte etwas, bis ich realisiert hatte was geschehen war… wir versuchten das Mini-M zu beruhigen und ich schaute schnell – Kopf, Arme, Beine – ob irgendetwas zu sehen sei- aber alles schien okay. Licht angemacht: auch die Pupillen reagierten gleich. Puh! Daher wollten wir eigentlich nicht zum Arzt. Der Schreck saß wohl tief, dazu die Müdigkeit, auf jeden Fall konnte der kleine Bruchpilot sich nicht so recht beruhigen so daß ich ihn doch noch schnell etwas stillen wollte- Mamas Nähe und so. Aber er weinte wieder lauter als ich ihn anlegte und wand sich in meinem Arm. Da wollte ich ich dann doch noch mal genauer nachschauen, vor allem ob etwas mit dem Arm ist und zog ihn auf dem Wickeltisch aus, wobei er wieder lauter weinte. Als er auf dem Rücken lag bemerkte ich auch noch ein wenig Blut im Nasenloch und da war mir dann klar: Arzt! Sofort!

In Windeseile packten wir alles zusammen, versuchten parallel hektisch den Kinderarzt zu erreichen (dauernd besetzt), schickten das Tochterkind nochmal zur Toilette, schauten im www nach der nächsten Kindernotfallambulanz, telefonierten mit der Krankenkasse bzw. mit einem ihrer Ärzte (bitte ärztlich kontrollieren lassen), fertigten den plötzlich klingelnden Biokisten-Mann auch noch schnell ab (der Arme tat mir nacher etwas leid) „Mama? Fahren wir jetzt in ein Krankenhaus? In ein echtes Krankenhaus? Mit einem echten Arzt?“ und saßen kurze Zeit später in einem Behandlungszimmer. Zum Glück mußten wir nicht warten, weil kaum etwas los war.

Das Mini-M hatte auf der Fahrt dann doch wieder fröhlich erzählt und war schnell eingeschlafen. Unsanft durch Fiebermessen geweckt, schäkerte er anschliessend mit der freundlichen Ärztin, als wenn nie etwas passiert sei. Diese gab dann zum Glück Entwarnung: Keine Kante im Schädel und auch sonst kein Bruch tastbar, Reaktion der Gliedmaßen normal, Pupillen auch und da der kleine Mann weder erbrochen noch bewußtlos gewesen sei, könnten wir wieder nach hause fahren.

Oh Mann, was waren wir erleichtert! Auf der Rückfahrt liess die Anspannung dann urplötzlich nach und wir Erwachsenen wurden gaaaanz ganz müde, während ich dem Tochterkind auf der Rückbank am liebsten ein Pflaster auf den Mund geklebt hätte versuchte Rede und Antwort zum vergangenen Krankenhausbesuch zu stehen. Und was der Unterschied zwischen einem König und einem Kaiser ist und was die Supermarktkette Kaiser*s damit zu tun hat…

Zuhause dann business as usual mit einem besonderen Auge auf den kleinen Mann, der zum Glück wieder vollkommen normal ist.

Und mit einem sehr, sehr schlechten Gewissen bei dem einen Elternteil und einem „hab ich Dir doch 1000mal gesagt“ auf der Zunge beim anderen Elternteil. Aber die Erleichterung überwiegt alles.

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5 Gedanken zu “Schreck am Nachmittag”

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