„Und? Wie lange willst Du noch stillen?“

Veröffentlicht am Veröffentlicht in 05. Lebensmonat, gestillt | gepumpt | abgestillt

Diese Frage bekomme ich in den letzten Tagen häufiger zu hören.

Von der schwangeren zukünftigen Erst-Mama-Freundin.

Von der frisch-entbundenen Schwägerin.

Von der anderen und zweit-schwangeren Freundin.

Von der und der, die mitbekommen, daß das Mini-M gestillt wird.

Und immer wieder dieses noch. Gibt es da eine unsichtbare Grenze, die ich bereits überschritten habe?

Und immer nur Frauen, die das fragen. Als wenn es hier um ein Handtaschenmodell oder so ginge.

Und oft im nächsten Atemzug: Aaaah, deshalb schläft er bestimmt nachts nicht durch, oder?

Je öfter ich Antwort gebe, desto kürzer wird diese. Am Anfang holte ich noch aus zum Thema Größe des Babymagens, Kunstmilch, Werbeverbot, Stärkegehalt, Beikost und parallel Stillen, Familientisch und wie es damals beim Tochterkind war, warum ich damals nach 5 Monaten aufhörte/ sie nicht mehr wollte und daß sie um ihren 1. Geburtstag herum noch täglich (Kunst-)Milch und Beikost im Verhältnis von ungefähr 1:2 zu sich nahm.

Aber so langsam nervt es. Als wenn ich entscheiden würde: Genau 5,387 Monate und dann ist Schluss!  Oder: Erfolgreich eingeführter Mittagsbrei und dann gibts zusätzlich nur noch Pulvermilch. WTF!

Inzwischen nicke ich oft nur noch und erläutere kurz: Momentan klappt es noch sehr gut, aber wenn er ein Jahr alt ist hätte ich gerne meinen Körper wieder für mich alleine. Alles andere dazwischen werden wir sehen.

Und jetzt werde ich das Mini-M stillen und zwar so viel, wie er will. Oder eben nicht, ablehnen und erst nochmal die Windel vollmachen kann er inzwischen auch.

So. Mein Wort zum Donnerstag.

0Y | 4M | 1W | 1D

20 Gedanken zu „„Und? Wie lange willst Du noch stillen?“

  1. Das Thema Stillen habe ich ja noch nicht, aber ich habe den Eindruck, dass man quasi mit Bekanntgabe der Schwangerschaft einen Teil seiner Autarkie aufgeben soll. Diese leicht erstaunten, mit hochgezogener Augenbraue fast ausschließlich von Frauen gestellten Fragen beginnen ja schon da: „Wie, Du trinkst noch Kaffee?“, „Meinst Du, Haare färben ist gut für Euch?“, „Wie lange willst Du denn noch Sport treiben / Zucker essen / Magnesium nehmen / kein Magnesium nehmen….“ Beliebig fortsetzbar, diese Liste. Ich habe anfangs auch noch lange Erklärungen abgegeben. Inzwischen antworte ich gerne mal mit „Ja.“ oder „Nein.“ ;)

    1. Die Schwangerschaft ist echt ein gutes Übungsfeld… allein die Meinung zum Thema 1.Trimester-Screening ein kleines Minenfeld.
      Ich lasse mich gerne fragen, versuche mich aber sonst zurückzuhalten.

  2. Ich dachte vorhin noch, dass mit lange keiner mehr „Stillst Du noch?“ gefragt hat. Vermutlich weil das Entchen dazu jetzt auch so „richtig echtes“ Essen kriegt und alle meinen es wäre nur noch eine Frage der Zeit? Wer weiß. Aber es wird besser. Wirklich. Man muss nur lange genug durchhalten. :P
    Ehrlichgesagt wunderts mich nicht, dass viele nicht lange stillen. Das macht schon echt zu schaffen, wenn man ständig von allen Seiten bewertet wird.

    1. Hach ja- das mit den Kommentaren zum „richtigen Essen“ kommt ja auch bald… Ich glaube, da werde ich auch nur antworten: So wie es hinkommt oder so.
      Ich denke, es wird dann ähnlich laufen wie bei euch beiden. Finde ich auch irgendwie logisch. Warum sollten sich die Kinder gerade beim Essen an einen Fahrplan halten? Motorisch tun sie es ja auch nicht – der eine so, der andere so, mal früher, mal später.

      1. Hab ich dann auch immer gesagt. „Sie ist noch nicht soweit.“ „Sie hat kein Interesse daran.“ und auf „Aber sie muss es doch lernen!“ immer „Ich zwinge ihr bestimmt nichts rein wofür sie noch nicht bereit ist.“ Dann waren immer alle ruhig. :)
        Am Sonntag steht ein Besuch bei der Uroma an. Mal sehen ob sie die „Stillst du noch?“ Stille durchbricht. :D

  3. Gutes Thema. Wurde das auch kürzlich gefragt. Aber zum Glück erst einmal. Meine Antwort (die alle bekommen werden): „solange Emma und ich das wollen“
    Ich bin froh, dass es so gut klappt und ich hab vor mind. ein Jahr zu stillen. Mal sehen wie’s dann wirklich wird. Aber das Mitmischen der Anderen ist wahrhaft nervtötend. Sobald man Mutter wird/ist hat jeder eine Meinung dazu. Als wär man die Frage in einer Talkshow und jeder dürfte die kommentieren. Das hilft nur eines: ein dickes Fell.

    1. Ja genau, es ist ein Ding das andere Frauen sehr interessiert. Aber warum bloss? Um selber etwas senfen zu können? Ich frag ja auch nicht die anderen Leute im Restaurant, ob sie Ovo- Lacto- irgendwas sind und warum.
      Und gerade fällt mir ein, dass feiertagsbedingte Verwandtenbesuche anstehen und erhöhe die Anzahl der Fragesteller schon mal um mindestens zwei weitere… puh ;-)

  4. Ich finde das auch daneben, v.a. ist Dein Kind ja grade mal 4 Monate alt!!! Ich versteh’s ja, wenn man das fragt, wenn das Kind schon läuft, so wie bei mir. Meine Maus ist 15 Monate alt und ich stille noch paar mal, also 1-2 mal tags, zum Einschlafen, 1-2x nachts bzw. morgens so um 7 Uhr. Viel ist es nicht mehr und in der Öffentlichkeit kommt’s selten bis nie vor, vlt werde ich drum auch kaum gefragt. Wenn ich dann antworte, kommt meist was Doofes wie „Hast Du denn noch Milch?“ Seh‘ ich aus wie ’ne Milchpackung, oder was!? Als ob die Milch einfach irgendwann „tschüss“ sagt, einfach so. So ein Mist. Oder: „Braucht sie es denn noch?“ Äh, hallo!? Brauchst Du Toilettenpapier oder ginge es auch ohne? Auch so ’ne doofe Frage. Oder: „Benutzt sie dich als Nuggel?“ Äh, nein, sie hat selber einen… Ist doch jedem Stillpaar selber überlassen, wann, wie oft und wie lange es stillt und basta! Aber ich kann mich nicht beklagen, die oben genannten Kommentare kamen von ein und derselben Person und die ist mir sowieso sowas von schnurz :D

    1. Lorelai deine Antworten sind klasse. Die borge ich mir aus wenn’s dann bei uns soweit ist. …brauchst du Klopapier oder geht’s auch ohne… Sensationell.

  5. Jetzt wirst du das schon gefragt??? Es käme doch auch keiner auf die Idee, zu fragen, ob ein Kind mit vier Monaten noch die Flasche bekommt oder sich schon ausschließlich von Brei und Co. ernährt! Beim Thema Stillen bin ich eh mega empfindlich und hab jetzt beschlossen, mit keinem außer meiner Hebamme aus der ersten Schwangerschaft darüber zu sprechen – meine Mutter ist nämlich absolute Flaschengegnerin und meine Schwiegermutter absolute Stillgegnerin – Bei den beiden das Thema nur zu erwähnen, bringt mich innerlich jedesmal fast zum Ausflippen.

  6. Ach ja…die Frage erwartet mich am Wochenende mit Sicherheit auch. Dann kann ich mir ja schon mal möglichst schlagfertige Antworten zurechtlegen. ;) Danke für die Erinnerung.

  7. Sehr interessant, wieviele Reaktionen mein Post doch auslöst! Ich bin echt platt!
    Wobei: eigentlich ist es sehr schade, daß es vielen genauso ging | geht oder damit rechnen.
    Aber jede sollte sich nun eine schlagfertige passende Antwort raussuchen können :-)
    Danke für die vielen Kommentare!

  8. Pingback: Ein Thema, bei dem kaum jemand still sein kann: stillen. | ichjetztauch
  9. Ohje. Das ist immer blöd, wenn Andere zu wissen meinen, wann „genug“ ist.
    Es geht aber übrigens auch ganz umgekehrt. Bei uns klappte das Stillen mit 1,5 Monaten nur noch so lala und mit etwa 3 Monaten war es dann ganz vorbei. Da bekam ich dann immer die Frage, wieso ich denn nicht stille und das sei doch das Beste für die Kurze. Ja, als ob ich das nicht selber wusste. Als ob mich das nicht schon selbst genug fertigmachte, mussten die perfekten Stillmütter auch noch drauf herumreiten. Würgkotzbrech.

    Ob nun gestillt oder nicht, lange oder kurz: Es muss zum Minibaby und der Mama passen. So lange oder so kurz, wie es eben passt.
    Generell gilt wohl: Auf Durchzug stellen. Sonst wird man ja verrückt…

    1. Ja,, Durchzug und ruhig bleiben. Habe letztes WE auch wieder eifrig üben können… „Und wenn Du dann richtig Hunger hast, dann pürieren wir dir so ein richtig leckeres Schnitzel, nech?!“ *innerlichesKopfschütteln*

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