Nächte wie diese | Kind 2

Veröffentlicht am Veröffentlicht in 37.SSW, Schwangerschaft

bringen mich dazu mir zu wünschen, es macht hoffentlich gleich Peng! und die Fruchtblase ist geplatzt und das Baby – wenn auch sehr früh – macht sich auf den Weg.

Am nächsten Morgen frage ich mich dann oft „Wie konntest du nur? Das kleine Menschlein braucht doch noch etwas!“ aber schon 2 oder 3 solcher Nächte hintereinander und ich schäme mich kein bisschen mehr sondern rechne resigniert nach, dass es noch so und so viele Tage bis zum ET sind und sogar noch mehr werden könnten.

Der kleine Mann randaliert in meinem Bauch was das Zeug hält – aber eben meistens wenn ich nach einem in der Regel anstrengenden Tag endlich im Bett liege. Er stößt und schubst und bringt dabei meine Bauchdecke und auch den Rippenbogen an den Rand ihrer/seiner Belastbarkeit und tut mir dabei ordentlich weh. Oder er „arbeitet“ unangenehm tief im Becken und piekst und dehnt da unten alles dass ich denke, wenn er so weiter macht geht’s gleich wirklich los Wenn ich dann mal das Gefühl habe es wird so langsam etwas ruhiger in meinem Bauch, fängt garantiert entweder der Mann neben mir an zu schnarchen oder meine Beine kribbeln schon wieder oder ich kann das Tochterkind im Nebenzimmer rödeln hören und liege da und lausche und warte, wann sie nach mir ruft. Meistens gehe ich dann das erste von vielen Malen auf Toilette und drücke ein paar Tropfen raus und weiß zu diesem Zeitpunkt schon, dass ich spätestens in 2h wieder hier sitze. So vergeht zuerst eine, dann die zweite Stunde. Oft stehe ich genervt irgendwann richtig auf, werfe mir etwas Dickes zum Anziehen über und gehe nach nebenan ins Babyzimmer und setze mich noch mal an den PC oder sortiere Baby-Kram oder lese eine Zeitschrift. Nach einem weiteren erfolglosen Einschlaf- Versuch sitze ich dann auch gerne mal in der Küche, weil ich mitten in der Nacht dann doch wieder Hunger bekommen habe und lese in aller Stille an meinem Buch weiter bzw. versuche es zumindest, weil ich so müde bin und vieles mehrfach lesen muss. Irgendwann liege ich wieder im Bett und zähle dann nur noch die Stunden bis der Wecker klingelt, weil das Tochterkind zur KiTa muss. In der vergangenen Nacht habe ich das letzte Mal um kurz vor 3 auf die Uhr geschaut und wurde um viertel vor 5 wieder wach, musste übelst Aufstoßen und konnte dann noch gerade eben nach dem Säurebinder vom Nachttisch greifen, bevor ich mich in einen feuerspuckenden Drachen verwandelt hätte. Da um 7 der Wecker klingeln würde bin ich zum hunderttausendsten Mal auf Toilette („Noch über 2 Stunden, das hältst Du eh nicht durch“) und konnte dann aber recht schnell wieder einschlafen, um wirres Zeug zu träumen und dann viel zu schnell geweckt zu werden.

Es gibt zwar noch halbwegs gute Nächte, aber diese werden weniger.

Somit schleppe ich mich (und die Kugel) immer mehr durch den Tag und freue mich auf den Mittagsschlaf mit dem Tochterkind – fast 2 Stunden Schlaf am Stück, ohne Kribbel- Beine vorher und meistens auch noch ganz ohne saures Aufstoßen. Zwar tun mir nun auch tagsüber die Waden weh und seit letzter Nacht schmerzt es tief unten am Beckenknochen (vielleicht hat sich endlich mal der Bauch gesenkt?), aber das ist alles noch recht gut auszuhalten im Vergleich zu den einsamen Nächten. Die Liebsten zu beobachten wenn sie schlafen macht so langsam auch keinen Spaß mehr und um die Wohnung nachts auf gemütliche Temperaturen aufzuheizen bin ich momentan noch zu geizig.

Ich schreibe dies jetzt auch auf um es mir später durchlesen zu können wenn ich mich nach der Geburt frage „Wie konntest du dir nur damals wünschen, dass das Baby endlich da ist? Soooo schlimm kann das doch gar nicht gewesen sein!“

Doch, im Moment ist es schlimm. Und ich weiß, es geht noch schlimmer, mit dem Schlafmangel und so.

Aber so langsam fange ich an zu jammern.

ET -26

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