Blog Dein Wissen! Woche #3: Schlafrituale

Da ich auf den Hauptpreis von NONOMO ziemlich scharf bin, hier also die Fortsetzung. Thema diesmal:

„Welche Rituale begleiten Eure Babys im 1. Lebensjahr vor und während des Zubettgehens und wie wirken diese sich aus?

Also, das Tochterkind und ich kamen ziemlich mitgenommen nach 4 Tagen aus dem Krankenhaus zuhause an. Mitgenommen deshalb, weil sich bei mir der Milcheinschuss verzögert hatte  und das Tochterkind dementsprechend ausgehungert und abgemagert war. Es war einfach zu viel Besuch und Unruhe im 3-Bett-Zimmer gewesen – nie wieder sage ich nur!

Die erste Nacht zuhause war Horror, denn die Milch kam endlich, aber dafür ziemlich heftig. Ich hatte wohl auch eine ordentliche Entzündung, zumindest Fieber und Schüttelfrost, aber das Kind trank zum Glück endlich und ich konnte in der Zeit danach allmählich auch ein wenig Schlaf nachholen.

Deswegen gab es die ersten drei Monate auch nichts, was sich mit einem Einschlafritual vergleichen ließe. Ich war unheimlich froh, stillen zu können, hatte auch ordentlich Milch und das Tochterkind schlief so gut wie immer dabei ein. Abends legte ich sie nach dem Stillen dann einfach in ihr Bett. logisch, eine frische Windel gab es noch und den warmen Nicki-Strampler habe ich ihr  auch noch vorher aus- und den Schlafsack dann angezogen, aber keine Massage, kein Gute-Nacht-Lied, keine Spieluhr (das La-Le-Lu konnte ich einfach nicht mehr hören und fand es auch ziemlich laut) oder sonstiges Tam-Tam.

Stattdessen also „nur“ Einschlafstillen bei uns im abgedunkelten Schlafzimmer. Selbst das Bäuerchen auf meiner Schulter hatte sich ziemlich schnell erledigt, da sich die Luft meistens beim Hochnehmen von alleine löste – ich hatte meine Hände unter den beiden Achseln des Tochterkindes und ööööps – fertig! :-) Danach habe ich das Kind in sein Bett gelegt und bin dann wieder rüber ins Wohnzimmer.

Später dann dasselbe mit der Flasche, ich immer noch halb aufgerichtet mit ein paar Kissen im Rücken und das Kind im Arm. Leider hatte der Vater nur selten Lust, diese Exklusiv- Zeit als Ritual mit dem Tochterkind für sich zu nutzen, so daß nach wie vor ich fast immer diejenige war, die sie ins Bett brachte.

Den Nucki hat das Tochterkind erst mit 7 oder 8 Monaten genommen, aber auch dann war er nie zum Einschlafen gut.  In diesem Alter gab es dann als einziges Ritual die übliche Abfolge: Hände/ Gesicht abwischen, wickeln, dabei Schlafanzug anziehen, Papa Gute- Nacht- sagen und dann die Milch. Eine feste Uhrzeit hatten wir zu diesem Zeitpunkt auch nicht – meistens war das Tochterkind jedoch irgendwann zwischen 19h und 21h bettreif und dann brachte ich sie. Nach ein paar gescheiterten Versuchen von fester Bettgehzeit hatte ich ganz schnell festgestellt, daß ich/ wir damit am glücklichsten sind.

Erst nach dem ersten Geburtstag kam der Nucki zum „Einschlafritual“ dazu. Dann schlief das Tochterkind nämlich nicht mehr sicher nach der Flasche ein, sondern brauchte meistens noch etwas und schnullerte in dieser Zeit kräftig, während ich inzwischen neben ihrem Bett saß/lag und durch die Gitterstäbe ihre Hand hielt/ ihr das Gesicht streichelte.

Dies hat sich inzwischen auch nicht großartig geändert. Das Tochterkind ist zwar schon 2,5 Jahre alt, besteht aber  nach wie vor auf ihren Nucki und ihre Milchflasche. Ersteren möchte sie wenn sie müde wird, letztere bereiten wir inzwischen gemeinsam vor (sie holt die Flaschenteile aus dem Schrank und die Milch aus dem Kühlschrank, ich gieße ein und stelle den Flaschenwärmer an), danach wird das Tochterkind gewickelt und umgezogen, die inzwischen warme Milch geholt und vor dem Trinken noch ein auf meinem Schoß ein Pixi-Buch gelesen – seit Beginn der Vorlesezeit vor ca. einem halben Jahr muß es stets ein Sandmann- Buch sein! Die Milch selbst trinkt sie in ihrem Bett liegend, ihre 4 Lieblings- Kuscheltiere an ihrer Seite und die Kuscheldecke zwirbelnd in der Hand,  anschliessend gibt es noch einen Milchbart- Schmatz für mich und den Nucki für sie. Ich liege währenddessen vor ihrem Bett auf einem dicken Bettvorleger und bekomme dann oft noch das Wichtigste vom Tag erzählt, bis sie meist mit mir händchenhaltend eingeschlafen ist.

Durch das anfängliche Einschlafstillen/ -fläscheln habe ich wohl den Absprung zum Alleine- Einschlafen verpaßt. Andererseits fehlte mir irgendwie immer der richtige Zeitpunkt, vor allem auch während und nach der Trennung von uns Eltern. Gerade während dieser Zeit der vielen Umbrüche und Neuerungen (neue Wohnung, neue Stadt, das erste Mal und dann ganz schnell Vollzeit zur Tagesmutter) wollte ich das Tochterkind dann auch nicht „alleine“ lassen und von Schlaf- Trainings halte ich persönlich so rein gar nichts.

Da ich allerdings keinen Teenager kenne, dessen Mutter abends noch am Bett sitzen soll, wird auch diese Zeit der abendlichen Einschlafbegleitung irgendwann vorbei gehen.

2 Gedanken zu “Blog Dein Wissen! Woche #3: Schlafrituale”

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