Zeit (haben oder nicht haben)

In den letzten 24 Monaten hat sich nicht nur mein Leben, sondern auch mein Begriff von Zeit ziemlich geändert.

Nach der Geburt gab es plötzlich keine verbindlich einzuhaltende Termine mehr, alles war vom Baby abhängig, seinem Schlaf, seinen Mahlzeiten und seinem Gesundheitszustand. Ich war in Elternzeit zuhause und der einzige regelmäßige Fixpunkt am Tag war der Feierabend des Kindsvaters. Fast alle meine anderen Termine waren Baby- orientiert mit anderen Mamis und deren Babys.

Seitdem ich wieder arbeite und allein erziehend bin, hat es sich genau ins Gegenteil verkehrt:
Ich muss abends pünktlich Schluss machen, weil auch die Tagesmutter ihren Feierabend hat.
Ich muss morgens pünktlich anfangen, um meine Stunden voll zu bekommen.
Auf einmal sind die Wochenenden teilweise schon Monate im Voraus verplant (wann habe ich das Tochterkind, wann habe ich frei weil es beim Vater ist?).
Und immer früher werden in unserer Familie gemeinsame Treffen festgelegt, weil wir alle immer unterschiedlichere Lebensrhythmen haben.

Alles ist immer stärker getaktet, durchorganisiert und vorausgeplant.

Und immer öfter stehe ich vor der schwierigen Entscheidung:
meine wenige freie Zeit lieber passiv zuhause gammelnd (abschalten, ein-igeln, lesen oder Fußnägel lackieren) oder aktiv draußen zu verbringen (anderes Input ohne Bezug zu Kind, Haushalt oder Job)?!

Jetzt gerade merke ich wie gut es tut, Zeit mit meiner Tochter zu verbringen, die nicht portioniert und rationiert ist. Sich ganz auf sie einlassen zu können und mit ihr zusammen zu entscheiden, was wir machen oder eben nicht.
Ich muss wirklich versuchen, dies auch in den Alltag mitzunehmen.
Die Zeit ist wirklich zu kostbar, um ihr andauernd hinterherzurennen.
Sie werden einfach zu schnell groß

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: