Geburtsbericht Tochterkind

Nach der Frage, ob es ENDLICH losgeht und einem kleinen „Fehlalarm“ war dann klar: es GEHT WIRKLICH los!

(und ab hier bitte nur weiterlesen, wer auch die grausigen Details verkraften kann. Nicht daß sich nacher jemand beschwert, ich hätte ihn nicht gewarnt!)

23:00 Uhr: CTG Wehen ok, aber zu großer Abstand, Untersuchung: MuMu 2-3 cm offen

23:30 Uhr: Anmeldung im KH, danach Spaziergang und an jeder 3. Laterne angehalten, um zu veratmen, Wehen schon schmerzhafter. Zum Glück war es dunkel und kaum jemand auf der Straße unterwegs

00:30 Uhr: Blutabnahmen + Untersuchung: es geht wirklich los; rüber in den Kreissaal, Wehen jetzt ordentlich

01:15 Uhr: Für 20 min in die Badewanne mit Kräuterzusatz, Untersuchung in der Wanne: MuMu 5cm, dabei ist dann die Fruchtblase geplatzt; irgendwie aus der Wanne wieder raus, abtrocknen, Flügelhemd an und zurück in Kreissaal

Auf dem Bett gelegen, aber viel lieber mit dem Oberkörper in dem Tuch gehangen

Untersuchung: MuMu komplett offen bis auf Saum, Spritze Buscopan, um auch diesen wegzubekommen

Irgendwann kommt das Kommando „Pressen“, aber die Wehen sind dann doch noch zu weit auseinander

Ein paar Wehen auf der einen Seite liegen und dann wieder pressen, aber das Köpfchen kommt nicht um die Kurve

Ich habe ein paar homöopathische Globuli bekommen (bringt das dann noch überhaupt etwas?)

Ein paar Wehen auf der anderen Seite liegend überstehen und wieder pressen, aber immer es ist noch nicht besser.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt verlässt mich jedes Gefühl von Zeit – und teilweise auch von Raum.

Ich bestehe nur noch aus diesem an- und abschwellenden Schmerz, den es irgendwie zu ertragen gilt, damit es irgendwann mal vorbei ist.

Während der starken Wehen und Presswehen habe ich immer wieder Übelkeit, Aufstoßen und Schüttelfrostattacken, bin aber in den Pausen trotzdem manchmal eingenickt (unglaublich!!!)

Ich möchte dann jetzt doch mal was gegen die Schmerzen, aber für eine PDA ist es schon viel zu spät und was anderes gibt’s jetzt auch nicht mehr

Um die Blase zu entleeren, wird kurz mal ein Blasenkatheter gelegt („macht doch was ihr wollt, mir ist jetzt eh alles egal „-  hat zum Glück gar nicht wehgetan)

Ein paar Wehen auf der einen Seite und wieder pressen und endlich ist Kopf etwas tiefer gerutscht

ein Wehentropf wird gelegt, um alles anzukurbeln

3:20 Uhr: Ärztin wird dann doch mal dazu geholt und es gibt eine Sauerstoffmaske für mich, da ich ziemlich fertig bin und fast Atemnot habe.

Die Ärztin drückt auf Bauch mit, aber kommt nicht unter Tochterkinds Popo, dann wird schon die Saugglocke bereitgestellt und eine Assistenzärztin kommt auch noch dazu

03:40 Uhr: Dammschnitt und letzte Chance auf Entbindung ohne Glocke

03:48 Uhr: Chance genutzt: Das Tochterkind ist endlich da!

Herr Papa schneidet Nabelschnur durch, das Tochterkind schreit und ich bekomme sie auf den Bauch gelegt mit einem Handtuch darüber.

Ich zittere am ganzen Körper und habe nur einen Gedanken:
ich lasse sie gleich fallen, weil ich meine Arme nicht mehr unter Kontrolle habe!

Mein Gott ist sie verknautscht!

Aber sie guckt mit großen Augen und weint gar nicht mehr…

An der Nabelschnur wird die Plazenta herausgezogen *fies*

Das Tochterkind wird gewogen, vermessen und in Handtuch gepuckt

Das Nabelschnurblut wird abgezapft (und dann gespendet) – währenddessen werde ich genäht (Bitte nächstes Mal von Anfang an mehrere Spritzen!) und das Tochterkind kommt zurück auf meinen Bauch und wir machen die ersten Stillversuche

Ein dickes Lob von der Hebammme:

Ich wäre doch sehr diszipliniert gewesen :-)
Jederzeit würde sie wieder mit mir ein Kind auf die Welt bringen und ich bin stolz wie bolle ;)

Bis 6 Uhr: Ich bzw. wir liegen im Bett vor dem Kreissaal zur Überwachung

Der Herr Papa und die Hebamme machen Fotos, mir wird auch noch einmal Blut für die Nabelschnurblutspende entnommen

06:00 Uhr: Ich werde in mein Zimmer und das Tochterkind ins Kinderzimmer gerollt,

Herr Papa fährt frühstücken und holt die Oma ab

Ich komme in ein 3- Bett- Zimmer, die Vorhänge sind zu, meine unbekannte Bettnachbarin schläft noch und ich kann so überhaupt nicht schlafen.

Ich bin so etwas von übermüdet, high, fertig und aufgeputscht und weiß nichts mit mir anzufangen.

Mein Baby ist endlich da, aber doch nicht richtig, weil  sie nicht bei mir ist, sondern im Kinderzimmer.

Zum Glück geht recht schnell die Tür auf und der erste Krankenhausangestellte des Tages läutet den Klinikalltag ein („Wasser! Hier bitte! 3 Flaschen!“)

09:00 Uhr: Das Tochterkind wird endlich zu mir gebracht

Das ist jetzt mein Kind?

Mein Baby, das mich die letzten Wochen so geärgert hat?

Das mein Leben auf den Kopf stellt?

Und alles verändert?

10:00 Uhr: Besuch von beiden Omas und Herrn Papa

12:30 Uhr: Wir Eltern bekommen die Wickelprozedur im Kinderzimmer gezeigt, währenddessen bekomme ich richtig übel Kreislauf („Ich glaube, ich muss mich mal setzen“) und kurz danach verschluckt sich das Tochterkind derart, dass sie blau anläuft und unter die Sauerstoffüberwachung kommt

14:00 Uhr: dem Tochterkind geht’s zum Glück wieder sehr gut und darf zurück zu mir aufs Zimmer

19:00 Uhr: Besuch von meiner Schwester

Nachts hatte ich tierischen Stress wegen Tochterkinds Hunger und Stillproblemen

–> wieder eine Nacht ohne Schlaf

3 Gedanken zu “Geburtsbericht Tochterkind”

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